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Bochum
Zeche Hannover
Kumpel
 
Die Zeche Hannover ist seit über 115 Jahren Arbeitsplatz für Migranten.

Arbeitsmigranten in den Bergbau

Ab 1856 aus Hessen und dem Münsterland.
Ab 1869 aus den ostelbischen Gebieten des Reichen und aus dem Kaiserreich Russland.
Ab 1890 aus den Niederlanden, Italien und Österreich.
Kriegsgefangene aus Belgien 1914-1918.
Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion 1941-1945.
Ab 1945 Flüchtlinge und Vertriebene.
Ab 1960 "Gastarbeiter" aus Südosteuropa, Marokko und Korea.

Das Ruhrgebiet ist eine Einwanderungsregion par excellence. Seit dem Beginn der Industrialisierung ziehen die Zechen als die inneren Herzkammern der Schwerindustrie Arbeitsmigranten an, die wiederum die Voraussetzung bilden für die Entwicklung des Ruhrgebiets zum industriellen Kernraum.

Die Zeche Hannover hat am wirtschaftlichen Aufschwung des Ruhrgebiets in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollen Anteil. In einer Tiefe bis zu 950 Metern unter der Erde bauen die Bergleute hier Kohle ab, noch bis ins 20. Jahrhundert von Hand.

Zunächst stellen sich hauptsächlich Arbeitssuchende aus Westfalen, Hessen und dem Rheinland ein. Darüber hinaus finden Arbeiter aus West- und Ostpreußen, Schlesien, Posen und Masuren eine Einstellung auf Hannover. Man kennt sie unter dem Sammelbegriff der "Ruhrpolen", besser noch unter dem herabwürdigenden Namen "Pollacken". Allein bis zum Ersten Weltkrieg nimmt das Ruhrgebiet eine Million Menschen auf.

Der Masseneinsatz von polnischen, russischen und belgischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern während der Weltkriege erweist sich für Bochum wie für die anderen Städte des Ruhrgebiets als mörderischstes Kapitel ihrer Migrationsgeschichte.

Ende der 1950er Jahre ist der Ruhrbergbau wieder auf Arbeitsmigranten angewiesen. 1957 kommen die ersten Italiener, später Griechen, bald darauf auch Jugoslawen, Türken und Marokkaner. Wie die Ruhrpolen übernehmen auch sie eine Entlastungsfunktion und besetzen die buchstäblich "niedrigsten" Posten unter Tage. Ein "Aufstieg" in höhere Positionen kann hier in der Regel nur gelingen, wenn die Belegschaft durch die Zuwanderung einer neuen Nationalität "unterschichtet" wird - Soziologen nennen das den "Fahrstuhl-Effekt".

Bilder

Zeche Hannover Foto Dietrich Hackenberg

 

Konstruktionszeichnung Malakowturm mit Fördertechnik, um 1880.

Grafik.  Bergbau-Archiv Bochum.